Иширков, Ан. Царство България: имена на България и нейните главни области, положение, географски дележъ, граници и големина

Иширков, Ан. Царство България: имена на България и нейните главни области, положение, географски дележъ, граници и големина

Ischirkov, A. Königreich Bulgarien: Benennungen Bulgariens und seine Hauptgeblete, Lage, geographische Einteilung, Grenzen und Raum

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KӦNIGREICH BULGARIEN: BENENNUNGEN BULGARIENS UND SEINE HAUPTGEBIETE, LAGE, GEOGRAPHISCHE EINTEILUNG, GRENZEN UND RAUM.

Als die alten Bulgarien ihr Konigreich im 7. Jahrhunder auf der Balkanhalbinsel gegrundet hatten, nannten es die Byzantiner Boulyapia.Mit diesem Namen wurde der bulgarische Wohnsitz im Kaukasus Ende des VI. Und Anfang des VII. Jahrhunderts aufgenomen. Uber den Ursprung und die Ethymologie des Namens :Bulgaren” sind viele Meinungen geaussert worden. Die wahrscheinlichste ist aber, dass er turkstammisch ist und “gemischte Nomaden” oder jurzer “Mischvolk” bedeutet. In turkischer Zeit wurden mit dem Namen Bulgaria alle bulgarischen Landern, und zwar Mysien, Thrakien und Makedonien genannt. Nach der Befreiung bezog sich dieser Name nur auf die Landesgebiete innerhalb seiner politischen Grenzen. Im Mittelalter wurde oft ein Teil Bulgariens oder der ganze Staat Zagora genannt.

Das nordbulgarische Gebiet, welches die sudliche Niederdonauebene einnahm, nennt sich Mysien. Es wurde von mehreren thrakischen Stammen bevolkert, deren bedeutendste die “Mysier” waren, die ihm den Namen gaben. Heutzutage ist mehr der Nam Nordbulgarien als Mysien in Gebrauch. Die Grenzen dieses Gebietes erweiterner sich oft nach Westen bis zur Einmundung der Sau in die Donau und nach Suden bis Makedonien.

Thrakien hat sinen Namen von den Thraker bekommen. Seine Grenzen sind ebenso unbestandig gewesen und sind heuutigentages die folgenden: im Norden der Balkan, im Westen der Fluss Mesta, im Osten das Schwarze Meer und im Suden das Aegaische und das Marmra-Meer.

Makedonien empfing seinen Namen von den alten Makedonern. Seine Grenzen werden am verschiedensten bestimmt. Aber die Bulgaren halten sich an seine naturlechen Grenzen, welche sind: im Norden das Rila, Ossogovo und Schar-Gebirge, im Westen die albanischen Gebirgem im Osten Fluss Mesta und im Suden der Fluss Bistritza und das Aegaische Meer.

Nach seuner astronomischen und geographischen Lage ist Bulgarien ein Durchgangs- und Kreuzwegland Sudisteuropas. Bulgarien teilt sich in drei geographische Gebiete: Donau-, Sud-und Sudwestbulgarien. Letzteres zerfailt seinerseits in Hochbulgarien und Sud- oder Mediterraniches-Sudwestbulgarien.

Im Verlaufe von 100 Jahren und zwar seit dem Wiener Frieden 1815 haben die Grenzen der Staaten auf der Balkanhalbinsel. Die Entwicklung der Grenzen Bulgariens spiegelt nicht nur seine politische und wirschaftliche Geschichte, sondern auch die der anderen Balkanstaaten und sogar die vieler anderer europaischer Staaten wieder.

Die Donau , die als Nordgrenze Bulgariens dient, ist eine verhaltnismassig gute Grenze.In Kriegszeiten tragt sie als Schutz Bulgarien beii und im Frieden erleichtert sie den Verkehr zwischen Bulgarien und Rumanien ist weder in geographischer noch ethnographischer Beziehung eine naturliche Grenze. Sie ist eine bestandige Wunde in den Beziehunger zwischen Bulgarien und Rumanien.

Die turkisch-bulgarische Grenze ist ebensoweing naturlich. Sie teilt Thrakien in zwei Teile, die sehr eng durh das Maritza-Tal miteinander verbunden sind.

Die Westgrenze, also die serbisch-bulgarische Grenze, ist desgleichen durchaus nicht naturlicn, weder in historischer, noch in geographischer und ethnographischer Beziehung. Sie Trennt nicht Bulgaren von Serben , Sondern nur eine und dieselbe nulgarische Bevolkerung voneinander.

Due griechisch-bulgarische Grenze ist auch ganz willkurlich gezogen. Wenn sie an Stellen eine naturliche geographische Grenze bildet, weil sie mit dem Kamm der Gebirge verlauft, ist sie in wirtschaftspolitischer Beziehung unnaturlich, da sie Bulgarien von der agaischen Kuste abreisst.

In verbindung mit den Grenzen isst die territoriale Entwicklung Bulgariens sehr veranderlich gewessen. Nach dem Friedensvertrag von San-Stefano im Jahre 1878 hatte Bulgarien eine Ausdehnung von 169 400 qkm, nach dem vom Berliner Kongress in gleichen Jahre 63 750 qkm, nach der Vereinigung Nord- und Sudbulgariens im Jahre 1885- 96 344qkm und nach dem Balkan- und dem Weltkriege eine solche von 103 146 170 qkm.

A. Ischirkov

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