Центрографскиятъ методъ въ географията

А. Ст. Бешковъ. Центрографскиятъ методъ въ географията

A. St. Beschkov. Die zentrographische Methode in der Geographie

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DIE ZENTROGRAPHISCHE METHODE IN DER GEOGRAPHIE

Von allen Wissenschaften ist die Geographie am engsten mit dem Raum verbunden, weil sie jede Erscheinung, die in ihrem Bereiche liegt, unbedingt im Zusammenhang mit dem Raum betrachtet. Darum eben kann die zentrographische Methode sehr gut angewandt und in vielen Fällen als vorteilhafte Hilfsmittel verwertet werden. Da die Erscheinungen, die im Bereiche der Anthropo- und Wirtschaftsgeographie verhältnismässig schnellen Schwankungen und Änderungen unterworfen sind, so kann man gerade in diesen Zweiggebieten der Geographie diese Methode gut gebrauchen.

Wenn es sich um die Bestimmung des Zentrums eines Territoriums handelt, so ist das Verfahren einfach, nämlich man geht genau so vor wie bei der Bestimmung des Schwerpunktes in der Physik. Das ist jedoch nicht so, wenn man den Schwerpunkt der daraufliegenden geographischen Erscheinungen feststellen will. Was die Тechnik der Sache anbelangt, so wird hier nur die amerikanische Methode genannt. In den Ver. Staaten wird folgenderweise vorgegangen: das in Betracht kommende Territorium wird durch ein Meridian derart in zwei Teile geteilt, dass von beiden Seiten dieser Linie dieselbe Einwohnerzahl, bzw. dieselbe Zahl anderer geographischen Objekte liegt. Daraufhin zieht man eine zu der ersten senkrecht stehende Linie, die ebenfalls die obengenannte Bedingung entsprechend erfüllt. Der Schnittpunkt beider Linien, der „Median point" genannt wird, ist der gesuchte Schwerpunkt der in Frage kommenden Erscheinung.

Bisher wurde die Frage statisch betrachtet, wenn man aber derartige Beobachtungen in gewissen Zeitabstanden macht, so geht man von der statischen zu der dynamischen Betrachtungsweise über. Indem man auf diese Weise vorgeht, kommt man beispielsweise zu nachstehenden Schlussfolgerungen:

Der Schwerpunkt der kanadischen Bevölkerung hat im Zeitraum 1851-1931 eine Verschiebung in westlicher Richtung von 90n km. (d. h. 11,2 km. jährlich) zu verzeichnen. Ähnlich ist es mit den Vereinigten Staaten, wo der Schwerpunkt der Bevölkerung in der Spanne 1790-1930 sich um 1100 km. (d. h. 7,9 km. im Jahre) nach Westen hin verändert hat. Dagegen zeight Europa und speziell europäisches Russland eine ostwärtige Bewegung.

Auf Grund derartiger Feststellungen kann man die Sozial- und Wirtschaftspolitik nach gewissen Punkten und Räumen richten, und gerade darin liegt der praktische Wert dieser Methode.

Zum Schluss soll betont werden, dass die zentrographische Methode nicht als Universalmittel angewandt werden darf. Angesichts der Tatsache, dass diese Methode nicht mit rein geographischen Elementen, sondern vielmehr mit geometrischen Begriffen manipuliert, darf sie nicht als allumfassendes und einwandfreies Verfahren gelten. Sie ist und bleibt eben nur ein wertvolles Hilfsmittel.

А. St. Вeschkov

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