Лозарството в Унгария

Г. Дудаш. Лозарството в Унгария

G. Dudasch. Der Weinbau in Ungarn 

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DER WEINBAU IN UNGARN

G. Dudasch

(Zusammenfassung)

Mit dem erfolgreichen Abschluss der sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft (1962 — nahezu 97%) waren auch in Ungarn die politisch-gesellschaftlichen Bedingungen der Grossbetriebswirtschaft und einer grosszügigen Entwicklung der Landwirtschaft geschaffen. Als Folge davon wird das Tempo der Entwicklung der ungarischen Landwirtschaft schon in der nahen Zukunft voraussichtlich beschleunigt, die Richtungen der Spezialisierung werden kraftvoller hervortreten, und Ungarn kann in der Arbeitsteilung der RGW - Länder eine immer aktivere Rolle spielen. In dieser bedeutungsvollen sozialistischen Arbeitsteilung nimmt die ungarische Landwirtschaft — ähnlich Bulgarien und Rumänien — infolge der Empfehlungen des RGW eine spezielle Stelle ein. Wenn wir nämlich die günstigen Natur-, Verkehrs und Marktverhältnisse in Betracht ziehen, scheint es logisch zu sein, dass sich Ungarn als eines der wichtigsten Wein-, Obst- und Gemüsebauländer spezialisiert und zur Befriedigung des ähnlichen Bedarfes der erwähnten Länder beitragen soll. Damit sind schon die grosszügigen Verfügungen des zweiten Fünfjahrplanes (1961—1965) im Zusammenhang, welche die Entwicklung des Wein-, Obst- und Gemüsebaus fördern. Im Laufe dessen ist die völlige Regenerierung des einheimischen Weinbaus und die seinem Rang entsprechende Entwicklung zu erwarten.

Ungarn gehört zwar nicht zu den grossen Weinbauländern (es nimmt mit seinem Weinbau von 3—3,5 Millionen hl pro Jahr nur die 9—12. Stelle ein), es ist aber unter den Qualitätsweine bauenden Ländern eines der ersten. Die gegenwärtige (1962) Weinbaufläche von Ungarn - nahezu 2,200,000 Dekar — nimmt 2,3% der gesamten fruchtbaren Bodenfläche des Landes ein. Der Wein beträgt rund 8% des Produktionswertes der gesamten Landwirtschaft und sichert unmittelbar oder mittelbar mehr als 8% der Bevölkerung Lebenserwerb.

In Ungarn können die Naturbedingungen des seit langem heimisch gewordenen Weines für sehr günstig gehalten werden, da ein bedeutender Teil des Landes für den Bau dieser ausserordentlich wertvollen Pflanze geeignet ist. Parallel damit kann aber festgestellt werden, dass die Rahmen des gegenwärtigen Weinbaus die Möglichkeiten, die von den den Naturverhältnissen entstammenden Gegebenheiten der Entwicklung des Weinbaus in grösseren Dimensionen sozusagen angeboten werden, nicht einmal annähernd erreichen.

Die Entwicklung des Weinbaus hat also in Ungarn praktisch keine naturgeographischen Hindernisse. Was die «Platzgewinnung» des Weins betrifft, hat man selbst im Falle der Verdoppelung des heutigen Standes nicht zu befürchten, dass die Weiterentwicklung auf Kosten anderer landwirtschaftlicher Zweige geht. In Ungarn gibt es noch immer bedeutende Flächen, die bebaut werden können (auf dem Gebiet zwischen der Donau und der Theiss z. B. 1,2 Millionen Dekar Land), Gebiete, die landwirtschaftlich bis jetzt gar nicht oder nur wenig nutzbar gemacht werden konnten. Zur selben Zeit entsprechen sie jedoch den Forderungen des Weinbaus gut. Deshalb scheint es in Ungarn die Vorstellung reell zu sein, nach welcher die Weinbauflächen im Laufe der perspektivischen Entwicklung über 3 Millionen Dekar und der gegenwärtige Weinbau auf das 2,5, eventuell auf das Dreifache erhöht werden soll. Diesen heute schon zur Notwendigkeit gewordenen Wunsch unterstützen und bestätigen auch die historischen Lehren des Weinbaus. Die neue «Landnahme» kann wahrlich nur so über ihre volkswirtschaftliche Bedeutung hinaus zu einer internationalen Sache werden, denn dadurch könnte man nicht den einheimischen Weintraubenkonsum verdoppeln, sondern man könnte eine bedeutende Menge auch an die Konsumenten der nördlich von uns liegenden, Wein nicht anbauenden befreundeten Länder liefern.

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